Fußballer gehen eigene Wege

Als Folge fanden sich Fußballfreunde zusammen, die einen neuen Sportverein gründeten, nämlich den Schöppenstedter Sportverein von 1919 (SSV von 1919). Wiesen und Stoppelfelder dienten ihnen als Fußballplatz bis zur Fertigstellung des Sportplatzes "Hinter der Bahn", auf dem sich heute die Tennisanlage des TSV befindet. Der Platz konnte aber nur im Sommer benutzt werden, da er zu anderen Zeiten häufig von Hochwasser überflutet wurde.

Zwar wurde im SSV vorwiegend Fußball gespielt, doch gab es auch Abteilungen für Leichtathletik und Turnen. So ist es nicht verwunderlich, dass aus dem SSV auch gute Leichtathleten hervorgingen. Der SSV beteiligte sich an den Norddeutschen Jugendmeisterschaften, so zum Beispiel mit dem 3000-Meter-Läufer Ernst Fricke (dem ehemaligen Präsidenten von Eintracht Braunschweig), den Gebrüdern Weigel als 100-Meter-Sprinter, die die Strecke in 11 Sekunden liefen, und dem Hochspringer Willi Blumenberg, der die damals beachtliche Höhe von 1,74 m übersprang.

In den zwanziger Jahren begann auch der MTV, Fußballmannschaften aufzustellen. Die Spieler wechselten nun von einem zum anderen Verein und zurück. Da diese ständige Fluktuation die Spielstärke beider Vereine schwächte, vereinbarten die Vorstände untereinander, dass jeder Spieler den Verein nur zweimal wechseln durfte.

Der SSV von 1919 schaffte es schon 1926, in die damalige Bezirksklasse aufzusteigen.

Auch die Jugendmannschaften erwiesen sich in jenen Jahren als beachtliche Gegner; sie spielten bereits damals in den höchsten Spielklassen. Im Jahre 1930 wurde allerdings die 1. Herrenmannschaft des SSV wieder in die Kreisklasse zurückgestuft. Spielermangel war der Grund. Aber schon ein Jahr später stieg man wieder in die Bezirksklasse auf.

Während der Jahre des Zweiten Weltkrieges war der SSV von 1919 einer der wenigen Vereine, die den Spielbetrieb aufrechterhalten konnten, wenn auch manchmal nur mit zehn Spielern.

Auch die Turner des MTV machten von sich reden. So gehörte der heute 88jährige Kaufmann Wilhelm Blume über mehrere Jahre der deutschen Turner-Nationalmannschaft an und nahm mit dieser teil an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

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